EuroCityExpress – Alstrom ETR610

Die Bahn hat in den letzten Jahren die Strecke München – Zürich mit Dieselzügen betrieben, da der Abschnitt Geltendorf-Lindau nicht elektrifiziert war. Erst zum Fahrplanwechsel 2020 wurde die Strecke auf E-Loks umgestellt und um eine Reisezeit von 2 Stunden zwischen München und Lindau gewährleisten zu können sollte ein Hochgeschwindigkeitszug eingesetzt werden. Allerdings wird in Lindau nicht mehr der Inselbahnhof angesteuert, da durch den Richtungswechsel im Kopfbahnhof einige Zeit beansprucht wird. Neu wird daher Lindau-Reutin angefahren, hier sind die Anschlüsse an den Nahverkehr mit einer geringen Wartezeit zur Insel jedoch gewährleistet. Neu sind auch die Zwischenhalte in Buchloe und Memmingen, ab Lindau wird die alte Strecke des EuroCity fortgesetzt. Ab Lindau verkehren die Züge nicht mehr als ECE sondern als klassische EC.

Sechs Züge pro Tag und Richtung werden pro Tag und Richtung in Kooperation mit DB, SBB und ÖBB betrieben. In Deutschland werden die Züge tariflich dem ICE gleichgesetzt. Die Fahrtzeit beträgt auf der Gesamtstrecke München – Zürich nur dreieinhalb Stunden.

In Deutschland verkehrt der Zug offiziell als ECE, ab Lindau-Reutin als EC

Ich habe mir das einmal auf der Strecke München – Lindau-Reutin – München angesehen und natürlich auch einen Stopp auf der Insel gemacht. In München wird der ECE auf den Gleisen 27 bis 36 abgefertigt. Gebucht habe ich für die Strecke Nürnberg – Lindau-Insel und zurück via München die erste Klasse, diese befindet sich in den Wagen 1 und 2. In Wagen 3 befindet sich das Restaurant und die letzten 4 Wagen sind für die 2. Klasse ausgestattet.

Leider gibt es vorab keine Möglichkeit der Sitzplatzwahl wie bei der Deutschen Bahn, für den ECE kann man nur die Präferenz Gang oder Fenster sowie Großraum oder Großraum mit Tisch, Abteile gibt es auf diesem Zug nicht mehr, mitgeben und bekommt entsprechend einen Sitzplatz zugewiesen.

Die meisten Sitze in der 1. Klasse sind mit Tisch als Vierer oder Zweiergruppe angeordnet, es gibt eher wenige Einzel bzw. Zweier Sitze ohne Tisch in der Mitte. Die Reservierungsanzeige ist oberhalbe der Sitze platziert, die elektronische Anzeige zeigt auch an, wenn der Sitz „frei“ ist.

Die Tische sind vergleichbar mit denen im ICE, die Sitze sind jedoch deutlich bequemer und die Sitzabstände zumindest an den Tischplätzen deutlich weiter. Die Beinfreiheit bei den Plätzen ohne Tisch wird leider durch die Fußstützen und die Sitzaufhängung beschränkt. Die großen Fenster haben einen deutlich besseren Sonnenschutz als im ICE, denn diese sind hier Blickdicht, ansonsten etwa gleich groß. Die Preise des Restaurants sind leider auf Schweizer Niveau. Es gibt auch einen „Am Platz Service“ allerdings kommt dieser mit einem kleinen Rollwagen und hat von München gute anderthalb Stunden von Wagen 3 bis Wagen 1 gebraucht, das kann die Bahn im ICE deutlich besser. Innerhalb Deutschlands kann nur in Bar und Visa/Mastercard bezahlt werden, in der Schweiz werden auch andere Kreditkarten akzeptiert.

Im ECE gibt es kostenfreies WLAN, hierfür ist nur die Angabe der Handynummer notwendig, um einen Code empfangen zu können.

Auf der Hinfahrt war der ECE ca. 3 Minuten zu früh in Lindau-Reutin. Auf der Rückfahrt kam es zu Abfahrtsverzögerungen wegen polizeilichen Ermittlungen im Zug. Was ich bei der Fahrkartenkontrolle mitbekommen habe: es sind weiterhin viele mit 2. Klasse Tickets in der ersten Klasse unterwegs, bis sie aufgefordert werden, die Klasse zu wechseln oder den Aufpreis zu bezahlen.

Die zweite Klasse werde ich mir ein andermal auf einem Abschnitt der München-Zürich Verbindungen anschauen, Bilder werden dann in diesem Beitrag ergänzt.

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